Wohnraumzweckentfremdung in München

Zuletzt aktualisiert am 11. September 2020, 08:34 Uhr

Im Folgenden fassen wir für Sie die Regelungen zur Zweckentfremdung in Bezug auf Wohnen auf Zeit in München zusammen.

Wie ist die Zweckentfremdung in München geregelt?

In München besteht auf Grundlage des Gesetzes über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum (Zweckentfremdungsgesetz – ZwEWG) des Freistaates Bayern die Satzung der Landeshauptstadt München über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum (ZeS). Sie gilt in ihrer derzeitigen Form bis zum 14. Dezember 2022. Aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes in München ist damit zu rechnen, dass die Satzung über die derzeitige Geltungsdauer hinaus verlängert wird.

Welche Regelungen gelten in München für möbliertes Wohnen auf Zeit?

Wohnraum gilt in München insbesondere dann als zweckentfremdet, wenn er “mehr als insgesamt acht Wochen im Kalenderjahr für Zwecke der Fremdenbeherbergung genutzt wird” (Art. 1 S. 2 Nr. 3 ZwEWG; § 4 Abs. 1 Nr. 3 ZeS). Dies ist der Fall, wenn eine Wohnung nicht regulär dauerhaft bewohnt wird, sondern jeweils nur für einen kurzen Zeitraum an Touristen oder Personen vermietet wird, die sich für eine medizinische Behandlung in München aufhalten.

Die befristete Vermietung Ihrer möblierten Wohnung stellt keine Zweckentfremdung dar, wenn Sie die Wohnung zu Wohnzwecken vermieten. Eine Mindestmietdauer ist für diese Art der Vermietung in München gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die zeitliche Dauer des Mietverhältnisses stellt nur ein Indiz für die Nutzung zu Wohnzwecken dar. Das Verwaltungsgericht München geht jedoch davon aus, dass ab einer Mietdauer von sechs Monaten regelmäßig eine auf Dauer angelegte Wohnnutzung angenommen werden kann. Eine kürzere Mietdauer ahndet die Stadt München daher als Wohnraumzweckentfremdung. Entsprechend empfehlen wir bei Wunderflats für Wohnungen in München eine Mindestmietdauer von sechs Monaten.

Auch wenn Sie Ihre komplette eigene Wohnung für mindestens sechs Monate zu Wohnzwecken untervermieten, handelt es sich nicht um Zweckentfremdung. 

Eine kürzere Mietdauer ist in München nur erlaubt, wenn Sie Ihre selbst genutzte Münchner Hauptwohnung höchstens acht Wochen (56 Tage) innerhalb eines Kalenderjahres tage- oder wochenweise oder mit einer Mietdauer von einem Monat bis acht Wochen vermieten, beispielsweise während eines Auslandsaufenthaltes. Die zulässige Höchstmietdauer darf dabei auf mehrere kürzere Zeiträume verteilt werden, sofern insgesamt acht Wochen (56 Tage) nicht überschritten werden.

Bitte beachten Sie, dass Sie für die Untervermietung Ihrer selbst genutzten Mietwohnung die Erlaubnis Ihres Vermieters einholen müssen. Alle wichtigen Regelungen zum Thema Untervermietung haben wir hier für Sie zusammengestellt: Untervermietung – Darauf sollten Sie achten.

Wann benötige ich in München eine Genehmigung für die Vermietung meiner möblierten Wohnung?

Sie benötigen keine Genehmigung, wenn Sie Ihre möblierte Wohnung auf Zeit mit einer Mindestmietdauer von sechs Monaten vermieten und dafür einen Mietvertrag abschließen, wie dies bei der Vermietung mit Wunderflats der Fall ist.

Wenn Sie Ihre möblierte Wohnung tage- oder wochenweise an Touristen überlassen oder mit einer Mietdauer unter sechs Monaten untervermieten möchten, müssen Sie hingegen in München eine Genehmigung nach der Zweckentfremdungssatzung beantragen. Das gilt sowohl für die Vermietung Ihrer selbst genutzten Hauptwohnung für mehr als acht Wochen (56 Tage) innerhalb eines Kalenderjahres als auch für andere Wohnungen. Die Bearbeitung des Genehmigungsantrags kann bis zu zwölf Monate dauern.

Wohnraum im Münchner Stadtgebiet München ohne baurechtliche Genehmigung der Lokalbaukommission ausschließlich als Ferienwohnung oder -haus zu vermieten, ist verboten. 

Gebühren und Bußgelder bei Verstoß gegen das Zweckentfremdungsverbot in München

Für die Genehmigung einer Zweckentfremdung fallen in München Gebühren in Höhe von 50 bis 2.500 Euro an. Bei einer zweckentfremdungskonformen Vermietung von möblierten Wohnungen auf Zeit mit Wunderflats entstehen diese Gebühren nicht.

Die ungenehmigte zweckfremde Nutzung von Wohnraum stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 500.000 Euro geahndet werden kann.

Zuständige Behörden in München

Informationen zur Zweckentfremdung von Wohnraum finden Sie im Stadtportal der Stadt München. Bei Fragen können Sie sich außerdem an das Sozialreferat der Stadt München, Abteilung Bestandsschutz wenden. 

Möbliert Vermieten auf Zeit mit Wunderflats in München

In München nutzen bereits tausende Vermieter Wunderflats.com, um ihre möblierte Wohnung zweckentfremdungskonform zu vermieten. Über Wunderflats können Sie Ihre möblierte Wohnung im Vergleich zur kurzfristigen Ferienvermietung sicher und unkompliziert zum Zeitwohnen vermieten, wie wir in unserem Artikel Airbnb vs. Wunderflats: Vermietungsportale im Vergleich für Sie zusammengefasst haben.

 

Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieser Seite wurden zu Ihrer Information erstellt und die Sozietät Heuking Kühn Lüer Wojtek mit der Überprüfung der rechtlichen Korrektheit beauftragt. Eine Rechtsberatung ersetzt dieser Eintrag jedoch nicht. Für Rechtsberatung in Ihrem konkreten Fall wenden Sie sich bitte an einen Anwalt. Frau Lena Sieven von der Sozietät Heuking Kühn Lüer Wojtek steht Ihnen hierfür gerne zur Verfügung, wenn Sie ihr einen Auftrag erteilen.

Porträt von Anwältin Lena Sieven

Lena Sieven

Associate

Anwältin für Gesellschaftsrecht, Immobilienrecht, Investmentfonds, Prozessführung und Öffentliches Recht

Tel: +49 40 35 52 80-35

E-Mail: l.sieven@heuking.de

Verfasst von

Katharina Meinecke

Katharina Meinecke ist seit 2020 Autorin bei Wunderflats. Sie hat bereits in vielen Ländern gelebt und kennt daher die Bedürfnisse beim möblierten Wohnen auf Zeit aus erster Hand.

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